Am 18. August 2025 hörten die Lionsfreunde des LC Merzig einen interessanten Vortrag von Prof. Dr. rer. nat. Christian Schorr. Der promovierte Mathematiker ist am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) der Hochschule Kaiserslautern tätig und forscht seit Jahren im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Es gelang ihm sehr gut, dieses vielschichtige Thema strukturiert und nachvollziehbar aufzubereiten. Seine Ausführungen ließen erahnen, welche komplexen mathematischen Prozesse für das Anlernen und das optimierende Trainieren von KI in sogenannten neuronalen Netzen („Deep Learning“) erforderlich sind.
Neben der Frage „Was ist KI eigentlich?“, “Wie funktioniert sie?“ und „Welche Einsatzbereiche sind im medizinischen Bereich möglich?“ ging er auch auf Risiken wie Fehlerquellen, Manipulationsanfälligkeit und die Gefahren eines unkritischen Einsatzes ein.
Er beleuchtete dabei nicht nur den technischen Hintergrund, sondern stellte anhand praktischer Beispiele und Forschungsprojekte eindrücklich dar, welche Möglichkeiten, aber auch welche Risiken und Schwierigkeiten mit dem Einsatz von KI verbunden sind. Der Schwerpunkt lag dabei auf der datenbasierten Diagnose mittels KI, z.B. bei der Auswertung von MRT-Aufnahmen zur Erkennung von Primärtumoren oder der Präzisionsanästhesie.
Neben der Problematik, dass für Lernprozesse der KI neben enormen Rechenkapazitäten (Kraftwerke) große Datenmengen benötigt werden, deren Beschaffung und Validierung die Forscher bereits vor große Herausforderungen stellt, begrenzen oft rechtliche Vorgaben auf nationaler wie zum Beispiel auf EU-Ebene, noch denkbare Einsatzmöglichkeiten. Angesichts der rasanten Entwicklungen und Verbesserungen im Bereich der KI wird hier einerseits ein verlässlicher Rechtsrahmen benötigt, andererseits müssen – insbesondere im Bereich des Patientendatenschutzes – Lösungen gefunden werden, die die Datenverarbeitung zur Optimierung von KI-Modellen ermöglichen bzw. erleichtern.
Fazit seiner Ausführungen war, dass Künstliche Intelligenz im medizinischen Bereich einen vielfältigen Einsatzbereich findet, der sich von der Medikamentenentwicklung, über den Bereich der Pflegerobotik, dem Krankenakten-Management bis hin zu KI-assistierten Chirurgie und der datenbasierten klinischen Diagnose erstreckt. Unter menschlicher Aufsicht eingesetzt, kann sie in der Medizin eine große Unterstützung darstellen, sie wird dabei sicherlich nicht die behandelnden Ärzt:innen ersetzen können.“









